Sendung

Mädchenrealschule Niedermünster Foto: altrofoto.de

Mädchenrealschule Niedermünster Foto: altrofoto.de

„Wie und warum entscheidet man sich für ein geistliches Leben in Gemeinschaft?“ Wenn ich so gefragt werde, kann ich das nicht allgemeingültig, sondern nur individuell, aus meiner eigenen Geschichte mit Gott heraus beantworten.
Worum geht es in dieser Lebensform? Ist das nicht eigentlich eine Flucht aus der Welt mit ihren Problemen und Herausforderungen? Ist das nicht so etwas wie Selbstabkapselung in eine eigene heile Welt nach eigenen Vorstellungen, in Ruhe und Frieden?

Geistliches Leben ist durchaus ein Leben der Befreiung aus verschiedensten Abhängigkeiten, aber darin erschöpft es sich nicht. Vielmehr können wir Ordenschristen die dadurch gewonnenen Kapazitäten für das freisetzen, was die eigentliche Sendung angeht. „Frei sein von“ ist also ohne das „Frei sein für“ nicht denk- und lebbar.

Wir sind von Gott berufen, Christus nachzufolgen. Für uns Arme Schulschwestern v.U.L.Fr. heißt das, das Charisma unserer Gründerin Theresia von Jesu Gerhardinger heute in Gemeinschaft zu verwirklichen.
In dieser Berufung sind wir gesandt, Gottes Liebe durch unser Leben zu verkünden, und zwar in dieser Welt und für diese Welt. Gemäß dem Charisma Mutter Theresias bedeutet das konkret, „unser ganzes Leben einzusetzen für jene Einheit, um derentwillen Jesus Christus gesandt war.“ (Lebensregel Ihr seid gesandt K 4)
Dieses Bemühen um Einheit gilt nicht nur den Menschen in ihrer Beziehung zueinander und gegenüber Gott, sondern schließt auch eine entsprechende Haltung zur Schöpfung ein.
Überzeugt davon, dass Bildung die Welt verwandelt, indem sie den Einzelnen verwandelt, sind wir auf den Dienst der Erziehung ausgerichtet.

Auch wenn das Ziel unserer Sendung durch das Charisma unserer Gründerin klar vorgegeben ist, ist jede Einzelne von uns gefordert, in einem Prozess der geistlichen Auseinandersetzung – in Gebet, Reflexion und Dialog – im Blick auf die Zeichen der Zeit nach dem Auftrag zu suchen, den Gott für sie bzw. für unsere Gemeinschaft hat. Er fordert uns auf, die Realität wahrzunehmen, ermutigt uns aber auch, auf sie Einfluss zu nehmen, indem wir gerufen sind, „unserer zerrissenen Welt ein Zeugnis der Einheit zu geben“ (Lebensregel Ihr seid gesandt K 26) – eine Einladung zur Umkehr, aber auch zum Beschreiten neuer Wege.

Fotorechte: A. Schulschwestern
Fotograf: www.altrofoto.de

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