Gebet

Mutterhaus der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau Gestaltung: Sr. Monika Schulze

„Beten Sie den ganzen Tag?“, werden wir manchmal gefragt.
Als Gemeinschaft beten wir Tag für Tag das Stundengebet der Kirche, Laudes und Vesper, und nehmen an der Eucharistiefeier teil. Darüber hinaus hat jede Schwester das Recht auf eine Stunde persönliches Gebet täglich, auf monatliche   Erneuerungstage und jährlich auf eine Woche Exerzitien. Wie jede Einzelne die persönliche Gebetszeit gestaltet, liegt in ihrer Verantwortung.

„Warum ist Gebet überhaupt wichtig? Und welchen Stellenwert hat es für uns Ordenschristen?“
„Das Gebet ist für unsere Seele das notwendigste Element wie für den Fisch das Wasser.“ (# 714), sagt Mutter Theresia. Christliches Leben ist ohne Gebet undenkbar, geistliches Leben erst recht. In ständiger Beziehung zu Gott leben bedeutet nicht so sehr, unaufhörlich zu beten, als vielmehr, den Kontakt lebendig zu halten und ihn immer wieder in regelmäßigen Abständen zu erneuern – egal, ob man sich dazu in Stimmung fühlt oder nicht – und daraus dann den Alltag zu gestalten. Das Gebet gehört also wesentlich zu einer solchen in Treue gelebten Beziehung.
Mit allem, was mich freut, aber auch mit allem, was mich belastet, mit meinen Ängsten, meinen Grenzen, meiner Ratlosigkeit oder auch meiner Schuld darf ich zu Gott wie zu einem Freund kommen und mich bei ihm aussprechen. Dabei wird sich das eine oder andere für mich klären und ich kann erkennen, was zu tun ist, wozu ich gefordert bin oder ich gewinne neue Perspektiven, die mich ermutigen, Neues zu wagen.
Neben der beruflichen Aufgabe, die die Einzelne hat, und den Verpflichtungen, die aus der Gemeinschaft erwachsen, darf das Gebet daher keinesfalls zu kurz kommen. Ja, es gehört zu den Herausforderungen des Alltags, Gebetsleben, Gemeinschaft und Berufsarbeit in Einklang zu bringen.

Beten ist nicht ausschließlich oder in erster Linie das Nachsprechen eines Gebetstextes oder auch freies Gebet, sondern ebenso sehr das Betrachten des Wortes Gottes, ein Nachsinnen über eine Bibelstelle, ein Still-Werden vor Gott. Dadurch suchen wir die Heilige Schrift besser zu verstehen, Jesu Handeln tiefer zu begreifen und uns seine Haltungen zu verinnerlichen. Das Gebet ist somit „unsere beständige Antwort auf Gottes beständigen Ruf zur Sendung“ (Lebensregel Ihr seid gesandt K 28).

Foto: www.altrofoto.de

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